"Können Kopf und Gefühl umlernen?"
Diese Frage beschäftigte mich schon lange. Und ... Eine unbestimmte Sehnsucht nach einem fernen Land.
Durch Zufall bekam ich eine Video-Kassette in die Hand. Darin geht eine Frau die Gangway runter, atmet die Luft und sagt "Endlich bin ich zu Haus". Aber besonders auch das Lied, das sich durch alle Geschichten in diesem Video zieht, hat mich berührt. Hinzu kam der fröhliche Gesang der Kinderchöre, der bis in "mein" Büro zu hören war und ein altes Eckhaus aus der Gründerzeit in meiner Heimatstadt. All das waren Impulse, für eine Geschichte, die aus mir heraus wollte.
Jahrelang hab ich diese Idee und ein ausgedrucktes Manuskript mit mir herumgetragen. In den Mittagspausen und an Wochenenden gelesen, gestrichen, ergänzt ... Dann kam der Ruhestand. Ich begann im Internet zu recherchieren, schaute Lernvideos, las mich durch Webseiten und Bücher zum Thema Schreiben und kaufte mir ein Textprogramm mit einem guten Duden-Korrektor. Und damit gings ans Überarbeiten. Irgendwann war ich zufrieden mit dem, was dort auf dem Bildschirm erschien und der ISENSEE Verlag Oldenburg nahm es in sein Verlagsprogramm auf.
- Mein Debütroman: "Das leise Lied" (erschienen 2021)
Nach dem Buch ist vor dem Buch
Mein Laptop musste ausgetauscht werden und beim Aufräumen der Dateien kamen mir Aufzeichnungen in den Blick, die eigentlich für etwas anderes gedacht waren: Meine Aufzeichnungen, wo ich im Ruhestand wohnen möchte. Eine Excel-Liste mit "dos and don'ts": Stadt, Land, kleines Holzhaus, Service-Wohnen ...
Und dann wanderten meine Gedanken los und die Idee war geboren. Ein Telefonat mit meiner Freundin war Inspiration für den Fortgang der Handlung. Auf meinen Radtouren fingen sie an, sich mit den Personen aus dem Debütroman zu verweben und Tadaaa:
Die Idee für das zweite Buch war da:
Der Anstupser
"Erinnere dich daran, warum du darauf gekommen bist, einen Roman zu schreiben." Dieser Satz gab mir zu denken. Hinter der Frage "Können Kopf und Gefühl umlernen?" stand für mich: Kinderschmerzen zeitnah heilen, damit sie nicht das Erwachsenen-Leben belasten. Erst hier freigespült werden, wie das Watt bei Ebbe.
Durch Fortbildungen in Webinaren zum Thema Schreiben, konstruktive Rückmeldungen zu meinen Texten, erwuchs langsam die Erkenntnis: Die Geschichte ist noch
nicht aus erzählt. Hinzu kamen Beiträge aus Funk und Fernsehen. Erste Ideen wirbelten in meinem Kopf und in den Fingern begann es zu kribbeln. Also: Laptop
auf und los.
Ich habe nicht erwartet, dass Mut und Herzklopfen, die es brauchte, meinen Debütroman zu veröffentlichen noch zu toppen sind. Und dennoch ist es so: Deutlicher als in den ersten beiden Büchern habe ich mich getraut. Nicht so »verhüllt« geschrieben, wie es mein erster Lektor ausdrückte. Die Worte zwischen den Zeilen freigespült, um im Bild von Ebbe und Flut zu bleiben. Und so entstand der dritte Teil der Trilogie, in dem sich der Kreis zur Frage "Können Kopf und Gefühl umlernen?" schließt.
